SYST­HE­MIS at Work

Wir arbei­ten seit Lan­gem mit Con­fluence und Jira und haben uns über die Jah­re eine Exper­ti­se in der Ein­füh­rung und Betreu­ung der Tools in Kun­den­pro­jek­ten erar­bei­tet. Heu­te wol­len wir einen Ein­blick in unse­re Arbeit geben und auf häu­fi­ge Feh­ler und Miss­ver­ständ­nis­se hin­wei­sen, die bei der Ein­füh­rung zu beach­ten sind.

Warum Atlassian?

Die SYST­HE­MIS setzt aus guten Grün­den auf Atlas­si­an-Pro­duk­te, da sie sowohl was den Umfang, die Inter­kon­nek­ti­vi­tät sowie die Ska­lier­bar­keit betrifft, für jede Art von Pro­jekt – nicht nur in der Soft­ware­ent­wick­lung – eine umfas­sen­de Basis für gelun­ge­nes Pro­jekt­ma­nage­ment bie­ten. Eine gro­ße Stär­ke von Atlas­si­an-Tools ist ihre Fähig­keit, orga­nisch mit einem Kun­den­pro­jekt zu wach­sen. Das gilt sowohl für die indi­vi­du­el­le Kon­fi­gu­ra­ti­on der Werk­zeu­ge selbst, als auch für ihre Inter­kon­nek­ti­vi­tät. Jira kann bei­spiels­wei­se pro­blem­los in eine bestehen­de Con­fluence-Infra­struk­tur inte­griert wer­den, wenn zu einem spä­te­ren Zeit­punkt im Pro­jekt ein Bedarf ent­steht. Zudem ste­hen zahl­rei­che Erwei­te­run­gen zur Ver­fü­gung und auch eine Ver­bin­dung mit ande­ren Sys­te­men ist möglich.

All die­se Vor­tei­le und Mög­lich­kei­ten dür­fen jedoch nicht den Ein­druck erwe­cken, dass die Ein­füh­rung sowie ein grund­sätz­li­ches Ver­ständ­nis der Anwen­dun­gen allein schon eine Struk­tur in Unter­neh­mens­pro­zes­se brin­gen. Atlas­si­an Tools sind kei­ne Black­bo­xes, die man mit rele­van­ten Infor­ma­tio­nen füt­tert und die einem dann eine Road­map aus­spu­cken: es sind im bes­ten Sin­ne Werk­zeu­ge, die von Men­schen kom­pe­tent bedient wer­den müs­sen, um ihre vol­le Wir­kung zu entfalten.

Fallstricke bei der Implementierung

Die Ein­füh­rung von Con­fluence und/oder Jira läuft unse­rer Erfah­rung nach häu­fig so ab: eine oder meh­re­re Per­so­nen wer­den mit der Auf­ga­be betraut und befas­sen sich mit dem The­ma. Die Tools wer­den als ein Auf­ga­ben­be­reich ver­stan­den, der mög­lichst von einem klei­nen Team abge­deckt wer­den soll. Dabei haben die betrof­fe­nen Per­so­nen oft noch ande­re rele­van­te Funk­tio­nen im Unter­neh­men und sol­len die Betreu­ung der Platt­form zusätz­lich erle­di­gen. Schon bald nach der Ein­füh­rung beginnt die Platt­form zu wach­sen, neue Auf­ga­ben kom­men hin­zu, das „Unkraut“ sprießt. Der eigent­li­che Effekt, den man sich von einem Kol­la­bo­ra­ti­ons-Tool erhofft hat, näm­lich ein Mehr an Struk­tur, ein Mehr an Über­sicht­lich­keit, droht, sich ins Gegen­teil zu ver­keh­ren: anstatt dem Team Arbeit abzu­neh­men, ent­steht zusätz­li­che Arbeit.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Um die­ses Pro­blem zu ver­mei­den, soll­te die Ein­füh­rung eines Kol­la­bo­ra­ti­ons-Tools von Beginn an auf meh­re­re orga­ni­sa­to­ri­sche Säu­len ver­teilt wer­den. Es ist uner­läss­lich, sich bereits zu Beginn die Fra­ge zu stel­len, wel­che Anfor­de­run­gen man an das Tool hat und wel­che The­men im spä­te­ren Ver­lauf noch hin­zu­kom­men könn­ten. Denn jedes The­ma bringt auch wei­te­re Auf­ga­ben mit sich und benö­tigt zusätz­li­che Res­sour­cen. Ist der Über­blick in einem gewach­se­nen Kun­den­pro­jekt erst ein­mal ver­lo­ren gegan­gen, führt oft kein Weg an einer grund­sätz­li­chen Neu­struk­tu­rie­rung vor­bei. Als Ori­en­tie­rung dient uns hier das ITIL v4 Framework.

Bereiche und Funktionen

Grund­sätz­lich lässt sich eine Unter­schei­dung zwi­schen tech­ni­schen und fach­li­chen The­men tref­fen. Auf der tech­ni­schen Sei­te ste­hen der Betrieb der Pro­duk­te sowie die tech­ni­sche Admi­nis­tra­ti­on. Im Betrieb geht es um The­men wie das Moni­to­ring auf Sys­tem­ebe­ne, Lizenz­be­schaf­fung, das Patch- und Update­ma­nage­ment, CR-Manage­ment und Ver­trags­con­trol­ling. Die Admi­nis­tra­ti­on dage­gen trägt die Gesamt­ver­ant­wor­tung für das Sys­tem. Von tech­ni­scher Bera­tung über War­tungs­auf­ga­ben bis hin zu Feh­ler- und Plug­in­ma­nage­ment lau­fen hier alle Fäden zusammen.

Der First und Second Level-Sup­port ist der zen­tra­le Ansprech­part­ner, an den die Nut­zer des Sys­tems sich wen­den kön­nen, um Tickets für alle mög­li­chen Anlie­gen auf­zu­ma­chen; wenn bei­spiels­wei­se neue Nut­zer oder Rech­te gebraucht wer­den, aber auch für neue Fea­tures und grund­sätz­li­che Fragen.

Fach­ad­mi­nis­tra­ti­on und Con­tent-Pfle­ge sind stets eng gekop­pelt mit der tech­ni­schen Admi­nis­tra­ti­on, da jede Neue­rung im Sys­tem indi­vi­du­ell kon­fi­gu­riert wer­den muss. Sie ist unter­stüt­zend tätig für neue Anfor­de­run­gen, die nicht auf dem First und Second Level lie­gen. Dabei kann es um die Struk­tu­rie­rung und Gestal­tung von Berei­chen in den Anwen­dun­gen gehen, oder auch um den Umgang mit Plug­ins und Makros.

Wie ver­hin­dert man nun aber das oben beschrie­be­ne Sprie­ßen von „Unkraut“? Anstatt die Nut­zer selbst wild drauf los arbei­ten zu las­sen, wer­den im Bereich Vor­la­gen und Plug­ins Stan­dards ange­legt: Bereichs- und Sei­ten­vor­la­gen wie bei­spiels­wei­se Pro­to­kol­le, Über­sichts­sei­ten, sowie vor­ausge­wähl­te Plug­ins. Die­ser Pro­zess soll­te in eine Art Vor­la­gen­ma­nage­ment mün­den, in die sinn­vol­le Ver­wal­tung und Wei­ter­ent­wick­lung sol­cher Vor­la­gen. Auch das The­ma Wor­ding spielt hier eine Rol­le: wie benen­ne ich mei­ne Sei­ten oder wie erzie­le ich ein­heit­li­che Sei­ten­struk­tu­ren, damit sich jeder über­all zurechtfindet?

Es emp­fiehlt sich auch, ein eige­nes Test­sys­tem ein­zu­füh­ren, um Plug­ins aus­pro­bie­ren zu kön­nen. Bei Tests im Pro­duk­tiv­sys­tem geht viel zu schnell der Über­blick ver­lo­ren und es ver­ur­sacht extra Arbeit im Nach­gang, wenn Plug­ins wie­der zurück­ge­baut wer­den müssen.

An die­ser Stel­le schlägt sich eine Brü­cke zum The­ma Pro­zes­se und Stan­dards, also zur Fra­ge: Wie arbei­te ich mit den Werk­zeu­gen? Wird bei­spiels­wei­se ein neu­es Jira-Pro­jekt benö­tigt, emp­fiehlt es sich, das in Con­fluence fest­zu­hal­ten, um den Vor­gang für die Nut­zer nach­voll­zieh­bar zu machen. Alle Wege füh­ren in Rich­tung Standardisierung.

Der Qua­li­täts­ma­na­ger ist der Gärt­ner in unse­rem Sys­tem. Er über­wacht und prüft, ob Pro­zes­se und Stan­dards gelebt, sowie Vor­la­gen gemäß den Vor­ga­ben ver­wen­det wer­den. Er hat das gro­ße Bild, das gan­ze Sys­tem im Blick. Gera­de in Jira besteht immer die Gefahr einer „Über­mül­lung“. Daher ist es wich­tig, eine neu­tra­le Stel­le zu instal­lie­ren, die prüft, ob Tickets oder Tei­le von Pro­jek­ten unbe­ar­bei­tet im Sys­tem lie­gen und gege­be­nen­falls ent­fernt wer­den können.

Rollen

Wie nun die beschrie­be­nen Berei­che auf kon­kre­te Rol­len ver­teilt wer­den, hängt von den indi­vi­du­el­len Vor­aus­set­zun­gen und Bedürf­nis­sen des jewei­li­gen Unter­neh­mens ab. In einem klas­si­schen Kick-Off wür­de der Bera­ter der SYST­HE­MIS mit dem Kun­den gemein­sam ein Kon­zept erar­bei­ten, wie die rich­ti­gen Exper­ten am bes­ten ein­zu­set­zen sind, um die Berei­che opti­mal abzu­de­cken. Unse­re Erfah­rung zeigt: ein geschul­ter Blick von außen ist häu­fig Gold wert, um Poten­zia­le zu erken­nen und opti­mal zu nutzen.